Ali hat einen weiten Weg hinter sich bis in seine kleine Wohnung in Oftersheim. Aus Teheran im Iran kam er über Mannheim hierher. „Im Februar 2016 kam ich zuerst in die Unterkunft in der Hardtwaldsiedlung“, erzählt er. „Dort war es nicht gut. Es gab sehr viele Leute in der Unterkunft und ich war krank.“ Jetzt wohnt er mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter mitten in Oftersheim. Geholfen haben ihm vor allem Ehrenamtliche des Asylkreises sowie Angestellte der Verwaltung, sagt er. Oftersheim gefällt ihm: „Die Menschen hier sind sehr nett. Für mich ist das der beste Platz in Deutschland. Langsam kommen meine Familie und ich mit den Menschen zusammen.“
Ali heißt in Wirklichkeit anders. Er möchte nicht, dass sein richtiger Name öffentlich wird. Er hat Angst um die Sicherheit seiner Verwandten im Iran. Deutsch spricht Ali gut, da er schon mehrere Sprachkurse besucht hat. Gute Deutschkenntnisse sind Voraussetzung bei der Arbeitssuche. Daher nutzt Ali jede Gelegenheit, um Deutsch zu sprechen. Er trifft Oftersheimer Bürgerinnen und Bürger auf Veranstaltungen des Asylkreises wie beispielsweise beim monatlich stattfindenden Begegnungscafé im Josefshaus oder jeden Donnerstag in der Teestunde im AWO-Café.
Ali ist Elektroingenieur und hat im Schiffbau gearbeitet. Deswegen schickte er schon Bewerbungen an Firmen nach Hamburg und Bremen. Aber er hatte kein Erfolg: „Ich bin 53 Jahre alt. Vielleicht ist das ein Grund. Vielleicht auch, weil ich ein Ausländer bin.“ Ali hat bereits ein Praktikum in einem Betrieb in der Nähe gemacht und sucht jetzt Arbeit in der Umgebung. „Ich möchte die Situation meiner Familie verbessern.“

Während Ali seine Geschichte erzählt, stellt seine Tochter Süßigkeiten und Kleinigkeiten zum Knabbern auf den Tisch: Kekse aus Kichererbsen mit Kardamom, getrocknete Früchte, Pistazien, Aprikosenkerne, Mandeln und Haselnüsse. Frau und Kind sind erst vor wenigen Wochen im Rahmen der Familienzusammenführung aus Teheran nach Deutschland gekommen. Sie haben die Leckereien mitgebracht. Er und seine Frau warten, dass ihre Tochter bald in einen Kindergarten kommt. „Dort kann sie Freunde finden und anfangen Deutsch zu lernen.“ Beim Abschied blickt Ali zu seiner Tochter und sagt: „Ich hoffe, meine Tochter wird hier ein gutes Leben haben. In Freiheit und ohne Angst.“
Andreas Heisel


Glücklicherweise hatten aber viele der mitarbeitenden Geflüchteten bereits Erfahrung mit Gartenarbeit, sodass sich die Mühe schnell auszahlte und Gemüse wie beispielsweise Kartoffeln, Gurken, Bohnen oder Tomaten geerntet werden konnten. Unterstützt wurde das Team rund um den Asylkreis dabei von freundlichen benachbarten Gärtnerinnen und Gärtnern, die Werkzeug und Sitzgarnituren spendeten oder beim Entsorgen von alten Pflanzen halfen.
Vor wenigen Wochen trafen sich nach der Winterpause alle wieder im Garten. Sie haben aufgeräumt, alte Pflanzen entsorgt, den Boden umgegraben und somit die Saison 2018 eröffnet. „Wir vom Asylkreis wollen, dass der Garten richtig genutzt wird“, sagt Peter Rösch. Deswegen sind fachkundige Mitglieder des Asylkreises regelmäßig vor Ort und geben Tipps zum Gärtnern. Darüber hinaus stellt der internationale Garten aber auch einen Treffpunkt dar. So kommen die Mitarbeitenden regelmäßig mit ihren Familien zum gemeinsamen Essen zusammen oder bringen ihre Kinder zum Spielen mit.


