Ein Einblick in die Arbeit der Flüchtlings- und Integrationsbeauftragten

Maria Theresia Tzschoppe ist seit Ende August 2017 als Integrations- und Flüchtlingsbeauftragte für die Gemeinde Oftersheim tätig. Wir haben mit ihr über ihre ersten Monate im Rathaus und ihre Pläne für 2018 gesprochen…

Redaktion:
Frau Tzschoppe, sie haben Ägyptologie, Religionswissenschaft und Friedens- und Konfliktforschung studiert. Dabei haben Sie sich mit Themen wie der islamischen Religion sowie Flucht- und Migrationskontexten auseinandergesetzt… Wie kamen Sie zu Ihrer heutigen Position als Integrations- und Flüchtlingsbeauftragte, waren Sie bereits früher beruflich auf diesem Gebiet aktiv?

Maria Theresia Tzschoppe (MTT):
Während meines Studiums in Marburg und Heidelberg war ich ehrenamtlich im Asylkreis tätig und habe auch Deutschunterricht gegeben. Hier habe ich gemerkt, dass die hauptamtlichen Strukturen zumeist nur die Grundbedürfnisse abdecken und wie wichtig daher die ehrenamtliche Unterstützung ist. Das ganze Thema hat mich nach meinem Abschluss 2015 dann auch bei meinem ersten Arbeitgeber begleitet: Beim Diakonischen Werk in Heilbronn war ich in der Flüchtlingsarbeit tätig und habe u.a. Ehrenamtliche beraten und Projekte mit Geflüchteten durchgeführt. In den zwei Jahren dort konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln, die mir natürlich in meiner jetzigen Funktion zugutekommen.

Redaktion:
Sie kümmern sich um die Zielgruppe der Flüchtlinge und um deren Integration, wie ja Ihr Jobtitel schon sagt. Aber was genau macht eigentlich eine Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte, was sind ihre täglichen Herausforderungen?

MTT:
Ich betreue und berate Geflüchtete, die Oftersheim zugeteilt werden und unterstütze deren ehrenamtliche Patinnen und Paten in allen Fragen des Alltags. Dies kann Hilfe bei kleinen oder größeren Behördenangelegenheiten sein wie Unterstützung bei Briefen, Anträgen oder Formularen, Vermittlung von Kursen und Angeboten für diese Zielgruppe. Auch konkrete Ansprechpersonen für die unterschiedlichsten Anfragen versuche ich zu vermitteln. Vieles, das für uns selbstverständlich oder selbsterklärend ist, ist den Neuankömmlingen natürlich erst einmal noch fremd. Ist der erste Schritt getan, läuft Vieles dann fast wie von selbst, auch wenn es manchmal länger dauert. Hier sind die ehrenamtlichen Patinnen und Paten eine große Hilfe.

Redaktion:
Das heißt, alle wichtigen Informationen bekommen Flüchtlinge und Paten für das Leben in Oftersheim direkt von Ihnen?

MTT:
Ja, ich fungiere sozusagen als Schnittstelle zwischen der Gemeinde Oftersheim, den Geflüchteten und dem Rhein-Neckar-Kreis. Es besteht ein regelmäßiger Austausch zwischen den Kommunen und der Stabsstelle im Landratsamt in Heidelberg. Wir arbeiten alle an einem gemeinsamen Konzept, um Informationen, Broschüren, Flyer und andere Hilfsmittel für den Alltag, für Arbeits- und Wohnungssuchende oder Behördengänge online und in Printformat bereitzustellen sowie auf kurzen Wegen Fragen und Probleme zu klären. Zusammengetragen werden diese Informationen u.a. auf dem Integrationsportal und der Bildungs- und Beratungsdatenbank (BuBDa) des Rhein-Neckar-Kreises. Viele Anfragen kommen auch direkt vom Asylkreis über Frau Joos, die mit ihren Kolleginnen und Kollegen einen tollen Job macht. Hier hat sich eine gute Zusammenarbeit entwickelt, und ich möchte allen Beteiligten in Oftersheim und der Rhein-Neckar-Region danken, dass wir diesen Weg so erfolgreich bisher gegangen sind.

Redaktion:
Das hört sich sehr erfreulich an. Welche Themen haben Sie – neben der weiteren guten Zusammenarbeit – für 2018 für Oftersheim und die Region auf der Agenda?

MTT:
In Baden-Württemberg wurde im Frühjahr 2017 der Pakt für Integration beschlossen. Dies bedeutet für uns konkret, dass wir als Gemeinde mit einer zusätzlichen Vollzeitstelle, finanziert durch das Land, für die nächsten zwei Jahre planen können. Durch das so genannte Integrationsmanagement werden Geflüchtete bei der Integration unterstützen, indem die Mitarbeitenden mit diesen einen Integrationsplan ausarbeiten. So kann sowohl der Asylkreis in seiner Arbeit entlastet werden als auch ich mich wieder vermehrt um die Verwaltung und Organisation der Flüchtlingsthematik kümmern. Aber natürlich bin ich auch weiterhin zentrale Ansprechpartnerin für alle, die neu zu uns kommen und einen ersten Schritt in Richtung Ankommen und Integration gehen wollen – auch für die Oftersheimer Bürgerinnen und Bürger bei Fragen rund um das Thema Flüchtlinge und Integration. An dieser Stelle möchte ich gern noch einmal darauf hinweisen, dass wir auch dieses Jahr wieder Ehrenamtliche in Oftersheim suchen, die sich für unsere „Neuen“ engagieren möchten. Jede Art von Unterstützung ist willkommen! Melden Sie sich gern direkt bei mir oder bei Frau Joos vom Asylkreis. Vielen Dank!

Redaktion:
Frau Tzschoppe, wir danken Ihnen für das Gespräch und die interessanten Einblicke und wünschen Ihnen und allen Beteiligten weiterhin viel Freude und Erfolg bei Ihrer Arbeit.

 

Karla Schneider-Dörken (Asylkreis Oftersheim)


Kontaktdaten

Maria Theresia Tzschoppe
Bürgermeisteramt Oftersheim
Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte
Mannheimer Straße 49
68723 Oftersheim
Telefon: (06202) 597-112
E-Mail: fluechtlinge@oftersheim.de
www.oftersheim.de
Sprechzeiten:
Mo-Mi 8-12 Uhr, Do 14-18 Uhr oder nach Vereinbarung
EG, Zimmer 12

Asylkreis Oftersheim
Ansprechpartnerin: Heidi Joos
Telefon: (06202) 9509078
E-Mail: heidi.joos@asylkreis-oftersheim.de
http://asylkreis-oftersheim.de

Integrationsportal
http://www.rhein-neckar-kreis.de/,Lde/start/landratsamt/integrationsportal.html

BuBDa
https://bubda.rhein-neckar-kreis.de/

Der Asylkreis Oftersheim sucht Patinnen und Paten für geflüchtete Familien und Einzelpersonen.

In den letzten Wochen kamen im ehemaligen Gasthaus „Goldener Hirsch“ in Oftersheim weitere geflüchtete junge Männer aus unterschiedlichen Ländern an. Diese befinden sich noch im Asylverfahren und kennen sich noch nicht in Oftersheim und der Umgebung aus. Die jungen Männer freuen sich über Patinnen und Paten, die sie bei Behördengängen, beim Deutschlernen und bei der Freizeitgestaltung unterstützen.

Außerdem ziehen aktuell im Zuge der Anschlussunterbringung neue geflüchtete Familien und Einzelpersonen in Wohnungen nach Oftersheim. Diese Personen besitzen bereits einen Aufenthaltstitel und werden dementsprechend voraussichtlich für längere Zeit Teil unserer Gemeinde sein. Sie freuen sich ebenfalls über Patinnen und Paten, die sie beim Ankommen unterstützen.

Wenn Sie den Asylkreis Oftersheim unterstützen und eine Patenschaft übernehmen möchten, wenden Sie sich bitte an Frau Heidi Joos (heidi.joos@asylkreis-oftersheim.de) vom Asylkreis oder an die Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde Oftersheim, Frau Maria Theresia Tzschoppe (fluechtlinge@oftersheim.de).

Mehr Infos zum Thema Pate/Patin findet man u.a. hier: http://asylkreis-oftersheim.de/?p=316

 

ZUM ABTANZEN UND GENIESSEN: „FISCHLABOR“ – live Percussion und Gesang aus aller Welt

Sommerfest des Asylkreises am So., 09.7.17, 12.30 – 18.00 Uhr an der Grillhütte Oftersheim

Nach dem Riesenerfolg im vergangenen  Jahr  war es für den Asylkreis überhaupt keine Frage, die mit 25  Jahren Bandgeschichte  „dienstälteste Percussion-Gruppe im Rhein-Neckar-Dreieck“ um den ehrenamtlichen Asylkreis-Mitarbeiter Rolf Lautenbach wieder einzuladen!

“ Wir lassen und von den Trommelkulturen der Welt inspirieren und bringen diese Einflüsse mit denen zusammen, die uns in unserer Kultur berühren “
So machen traditionelle Lieder und Rhythmen und selbstkreierte Stücke unsere Musik aus.
Afrika, Asien, Südamerika, Balkan bis zum Rhein-Neckar-Dreieck sind kulturell vertreten.
Faszination und Lust am „Spielen“ sind seit  25 Jahren unsere Beweggründe für bewegende Konzerte.
Mit den einzelnen Mitgliedern wurden immer wieder neue Einflüsse in die Gruppe eingebracht.
Einiges hat die Zeit geschluckt, anderes wurde fester Bestandteil des Repertoires.
So entstand eine der wohl vielseitigsten Percussion-Bands im Rhein-Neckar-Raum“

Herzliche Einladung zum Begegnungscafé!

Der Asylkreis Oftersheim  veranstaltet am Do., 20.04.17,  ab 18.30 Uhr im Josefshaus in der Bismarckstraße sein 12.  Begegnungscafé „Welcome“.  Flüchtlinge und Oftersheimer Bürger können sich in familiärer Atmosphäre, bei internationaler Folklore, sowie Getränken und Häppchen zum Selbstkostenpreis kennenlernen und näher kommen. Da fast alle Flüchtlinge Sprachkurse besuchen, sind mittlerweile auch  Unterhaltungen  in einfacher deutscher Sprache möglich.

Wir freuen uns, wenn Sie sich in irgendeiner Form im Asylkreis Oftersheim engagieren möchten. Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt auf zu Heidi Joos (heidi.joos@asylkreis-oftersheim.de).

Aktuell werden für die Wohnungen der Flüchtlinge Deckenlampen gesucht.

Ansprechpartnerin ist Anja Drake, Tel. 597-112 oder Mail: fluechtlinge@oftersheim.de

Wohnungen für Flüchtlingsfamilien gesucht!

Vier Flüchtlingsfamilien aus der Erstunterbringung im ehemaligen Gasthaus „Goldener Hirsch“ haben nun ihre Anerkennung als Flüchtling erhalten. Sie können, ja sie müssen, in der nächsten Zeit aus dem „Hirsch“ ausziehen. Da sie sich in unserer Gemeinde schon etwas auskennen, sich wohlfühlen und gerne in Oftersheim bleiben möchten, suchen wir für sie jeweils eine Wohnung. Die Miete ist für den Vermieter sicher, sie kommt jeweils vom Jobcenter in Heidelberg.

Wer hat eine 1-, 2- oder 3- Zimmer Wohnung, die er gerne vermieten möchte?

Bitte melden Sie sich bei Frau Joos( heidi.joos@asylkreis-oftersheim.de), Tel.:9509078 oder
auf dem Rathaus bei Frau Drake (Fluechtlinge@oftersheim.de, Tel.: 597-112)

Über eine positive Nachricht würden wir uns freuen.

9. Begegnungscafe

Der Asylkreis hatte am vergangenen Donnerstag zum 9. Begegnungscafe „Welcome“  ins Josefshaus eingeladen. Bürgermeister Geiß war auch der Einladung gefolgt. Er begrüßte die große Zahl der Besucher und wünschte ihnen allen für das neue Jahr alles Gute.
Auch viele Flüchtlinge, die sich ehedem in Oftersheim sehr wohl gefühlt hatten und jetzt in den umliegenden Gemeinden leben, waren wieder gekommen. Man führte interessante Gespräche und holte sich Tipps für weitere Schritte im Blick auf die Arbeits- und Wohnungssuche.

Nachdem es beim letzten Begegnungscafe syrische Speisen gab, boten die Mitarbeiterinnen des Asylkreises diesmal ein typisch deutsches Essen an: Dampfnudeln mit Kartoffelsuppe. Beides mundete sehr – auch den Flüchtlingen!

Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Kinderchor der katholischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Gabi Weißmann.  Sie erhielten dafür großen Applaus.

Herzlichen Dank an alle, die das Begegnungscafe vorbereitet und zum Gelingen beigetragen haben.  Besonderen Dank auch an den Kinderchor mit Gabi Weißmann

DANKE!

Ich danke allen, den Ehrenamtlichen des Asylkreises, den Hauptamtlichen im Rathaus mit Bürgermeister Geiß, den Oftersheimer Bürgern, den Vereinen und Parteien, den Kirchengemeinden, den Schulen und der Bücherei, allen, die den Asylkreis bei seiner Arbeit mit den Flüchtlingen unterstützt und damit zu einem guten Miteinander in unserer Gemeinde beigetragen haben.

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.

Heidi Joos

8. Begegnungscafe

Am Donnerstag, dem 15.12.2016, fand das 8. Begegnungscafe statt. Frau Joos begrüßte alle, die der Einladung gefolgt waren: die große Zahl der Flüchtlinge, die aus Oftersheim kamen, und auch die Ehemaligen, die aus Hockenheim, Reilingen und sogar aus Walldorf gekommen waren. Dazu die Einheimischen, die sich zur Begegnung eingefunden hatte.
Zu Beginn unterhielten Kinder und Jugendliche der Schwetzinger Musikschule die Gäste sehr gekonnt mit ihrem Klavierspiel. Es war auch schön, den Jugendlichen bei ihrem Spielen zusehen zu können.
Danach wurde zu einer iranischen Hähnchensuppe und einem syrischen Reisgericht eingeladen. Beides mundete sehr. Die Kinder konnten es kaum erwarten, bis der besondere Gast des Abends,der Nikolaus, seine Aufwartung machte. Ihre Freude war groß, als er sie beschenkte. Für die Erwachsenen hatte der Nikolaus einen weiteren Sack mit Geschenken dabei.
Es war wieder ein schöner Abend, den man miteinander verbrachte. Ein besonderer Dank geht an die Frauen und Männer, die diesen Abend vorbereitet und gestaltet haben, die Köche, die Kuchenbäcker, die Helfer beim Auf- und Abbau.

Paul Werner