{"id":645,"date":"2018-09-21T09:01:33","date_gmt":"2018-09-21T08:01:33","guid":{"rendered":"http:\/\/asylkreis-oftersheim.de\/?p=645"},"modified":"2018-09-10T09:06:39","modified_gmt":"2018-09-10T08:06:39","slug":"den-ersten-schritt-selber-machen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/asylkreis-oftersheim.de\/?p=645","title":{"rendered":"Den ersten Schritt selber machen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ali Bahmani macht im ASB-Pflegeheim eine Ausbildung<\/strong><\/p>\n<p>Ein Krankenwagenfahrer hat Ali Bahmani geholfen, eine Ausbildungsstelle im Oftersheimer ASB-Pflegeheim zu finden. \u201eIch war schon seit dem 27. September 2015 in Deutschland,\u201c erz\u00e4hlt der Afghane. Im Februar 2016 kam er in die Gemeinschaftsunterkunft am Hardtwald. Dort sprach er einen Krankenwagenfahrer an, als ein Krankenwagen vor der Halle stand. \u201eEr hat mir den Kontakt zum Krankenhaus in Schwetzingen gegeben. Dort konnte ich ein Praktikum in der Krankenpflege anfangen.\u201c Arbeit, sagt Ali Bahmani, ist ganz wichtig. \u201eIch m\u00f6chte mit den Menschen hier in Kontakt kommen.\u201c<\/p>\n<p>Er hat schon w\u00e4hrend seines Aufenthalts in der Oftersheimer Gemeinschaftsunterkunft am Hardtwald Deutsch gelernt. Davor war Ali Bahmani in der Erstaufnahmestelle Hartheim. \u201eIch kann Englisch. Dort habe ich in das Persische \u00fcbersetzt.\u201c Bei der Betreuung von Kranken oder bei Notf\u00e4llen konnte er bei Gespr\u00e4chen zwischen den Patienten und den \u00c4rzten \u00fcbersetzen.<\/p>\n<p>Dass Ali Bahmani Arbeit im Krankenhaus suchte, hat mit seinem fr\u00fcheren Leben im Iran zu tun. Seine Eltern waren vor dem Krieg in Afghanistan geflohen und die Familie hatte Fl\u00fcchtlingsstatus. Seine Heimat Afghanistan hat er nie kennen gelernt. \u201eIch hatte in Teheran eine Schulausbildung. Aber ich durfte nur das arbeiten, was mir zugewiesen wurde.\u201c Lieferant, Schwei\u00dfer oder Bauarbeiter durfte er sein. Eine Ausbildung konnte er nicht anfangen. Er erz\u00e4hlt von schlimmen Erfahrungen im Iran, die ihn zur Flucht bewegten. W\u00e4hrend er erz\u00e4hlt, wird deutlich, wie schwer ihm die Erinnerung f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Auf seinem Weg nach Europa hat Ali Bahmani viel Hilfe erfahren. Das ist ein Grund, warum er jetzt einen Pflegeberuf lernt. Ein anderer Grund war ein Pflegefall in seiner Familie im Iran. \u201eIch helfe gerne, wie auch mir geholfen wurde. Auf dem Weg nach Deutschland wurde uns von Ehrenamtlichen geholfen. In der Halle in Oftersheim war der Asylkreis f\u00fcr uns wichtig.\u201c Er nennt besonders die Unterst\u00fctzung mit \u00c4mtern, mit der neuen Sprache und den Kontakt zu Oftersheimern. Ali Bahmani teilt sich jetzt eine Wohnung in Oftersheim und erinnert sich: \u201eUnser B\u00fcrgermeister hat uns in der Halle besucht und uns mit Geduld zugeh\u00f6rt.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-646 aligncenter\" src=\"http:\/\/asylkreis-oftersheim.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/b.png\" alt=\"\" width=\"1028\" height=\"959\" srcset=\"http:\/\/asylkreis-oftersheim.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/b.png 1200w, http:\/\/asylkreis-oftersheim.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/b-300x280.png 300w, http:\/\/asylkreis-oftersheim.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/b-768x717.png 768w, http:\/\/asylkreis-oftersheim.de\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/b-1024x956.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1028px) 100vw, 1028px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"line-height: 1.5;\">Ali Bahmani mit seinen Kolleginnen im Oftersheimer ASB-Pflegeheim.<\/span><\/p>\n<p>Aus dem Praktikum im Krankenhaus in Schwetzingen wurde eine Ausbildung zum Pflegeassistent im Bildungszentrum Gesundheit in Wiesloch. \u201eAber die Sprache war noch zu schwer f\u00fcr mich. Ich bin in einer Pr\u00fcfung durchgefallen. Da waren zu viele medizinische Begriffe.\u201c Ali Bahmani hatte keinen Anspruch auf weitere Sprachkurse. \u201eIch habe aber weiter gelernt und die Pr\u00fcfung f\u00fcr das B1-Niveau selber bezahlt.\u201c<br \/>\nAn seine Zeit im Schwetzinger Krankenhaus denkt er gerne. Dort hatte er viel Unterst\u00fctzung: \u201eIch danke meinen Kolleginnen und Kollegen dort.\u201c Ohne die bestandene Pr\u00fcfung hat Ali Bahmani danach eine neue Ausbildung zum Altenpfleger im ASB-Heim begonnen. \u201eDas dauert noch drei Jahre. Danach will ich mich als Fachkraft weiterbilden.\u201c Mit der deutschen Sprache kommt er inzwischen gut klar: \u201eIm Krankenhaus und im Pflegeheim arbeite ich mit Menschen. Da muss man viel reden.\u201c<\/p>\n<p>In diesen drei Jahren hat Ali Bahmani noch viel zu tun. Er besucht an drei Tagen in der Woche die Schule in Heidelberg, lernt weiter Deutsch und arbeitet an zwei Tagen in der Woche im Pflegeheim. \u201eIm Schichtdienst. Das kann auch am Wochenende sein.\u201c Oftersheim mag er: \u201eF\u00fcr mich ist das eine kleine Stadt mit netten Leuten.\u201c Im Pflegeheim f\u00fchlt Ali Bahmani sich wohl. Das sieht man an dem guten Kontakt zu seinen Kolleginnen. Als von ihm ein Foto gemacht werden soll, stellen sie sich sofort dazu und nehmen ihn in ihre Mitte. Am Ende der Geschichte von seiner Ausbildung sagt Ali Bahmani: \u201eDen ersten Schritt muss man selber machen. F\u00fcr die Hilfe und Unterst\u00fctzung, die ich dann bekommen habe, bin ich sehr dankbar.\u201c<\/p>\n<p>Andreas Heisel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ali Bahmani macht im ASB-Pflegeheim eine Ausbildung Ein Krankenwagenfahrer hat Ali Bahmani geholfen, eine Ausbildungsstelle im Oftersheimer ASB-Pflegeheim zu finden. \u201eIch war schon seit dem 27. 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